Der Amoklauf des 20. Novembers 2006 in Emsdetten geht dem Großteil der Bevölkerung sicherlich sehr nahe. Auch wir sind erschüttert und wünschen den Betroffenen viel Kraft und Gesundheit, um diese schwere Zeit zu überstehen und das Geschehene aufzuarbeiten. Erneut war ein ehemaliger Schüler einer Schule so verzweifelt, dass er bereit und entschlossen war andere Menschen und sich selbst zu verletzen; mehr noch: Er war bereit zu töten. Die Frage nach dem „Warum?“ kommt auf und ein jeder spekuliert, fantasiert und redet mit. Wichtig ist hierbei, nicht voreilig Schlüsse zu ziehen. Das scheint einigen Politikern schwer zu fallen. Da ist direkt die Rede von dem Verbot von „Killerspielen“. Die für gewöhnlich so seriösen Politiker lassen in diesem Moment umgangssprachliche Ausdrücke verlauten, um sich mehr Gehör zu verschaffen, anstatt Beweise dafür zu liefern, dass Spiele wie Counter-Strike ausschlaggebend für eine solche Schandtat sind. Wahrscheinlich aus dem Grund, dass es derartige empirische Beweise nicht gibt. Die Politiker, vor allem die der CDU (siehe stern.de-Artikel), machen es sich mit diesem voreiligen Fazit schlicht und einfach zu leicht. Man kann so ein komplexes Problem, wie das der Gewaltbereitschaft Jugendlicher, nicht Lösen, indem man die Schuld auf Computerspiele schiebt. Es gibt weitaus mehr Faktoren, die die Gewaltbereitschaft beeinflussen. Die Erziehung - sowohl schulisch, als auch die der Eltern – und der Freundeskreis des einzelnen zum Beispiel. Das Umfeld eines jeden, das in diesem Fall 18 Jahre erlebt wurde, hat viel mehr Einfluss auf die Persönlichkeit, als ein Videospiel. Wer dieser Tatsache nicht ins Auge schaut, sondern sich in Ausreden und Ablenkungen von selbiger versucht von der Schuld freizusprechen, sollte sich, bevor er unüberlegt daherredet, erst einmal Gedanken darüber machen. Bastian B. fühlte sich von der Schule, den Klassenkameraden und weiteren Personen alleingelassen. Dies schilderte er auch in seinem Abschiedsbrief (Bild-Link). Nicht umsonst gibt es Aktionen und Veranstaltungen der Gamerszene, wie „Gamer gegen Gewalt“ oder „Gamer gegen Rechts“. Des Weiteren haben LAN-Parties neben dem Effekt des Spielens einen weitaus wichtigeren: Gemeinschaft leben und erleben! Wir, die Gamer-Community, haben es satt Zielscheibe unbegründeter Beschuldigungen zu sein. Wir lassen uns nicht in eine Schublade stecken! WIR SIND GEGEN WILLKÜR UND FÜR GEMEINSCHAFT!